Frühjahrsübung am 23.03.2003 und 30.03.2003
Grund- und Hauptschule Ochsenfurt

 
 
Frühjahrsübung am 23.03.2003 an der Hauptschule Ochsenfurt
Frühjahrsübung am 30.03.2003 an der Grundschule Ochsenfurt
Artikel Main Post vom 31.03.2003

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

1. Frühjahrsübung der Freiwilligen Feuerwehr Ochsenfurt gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Zeubelried an der Hauptschule in Ochsenfurt. Angenommene Schadenslage: Brand im Gebäude mit Menschenrettung.


Bilder: Anton Öder
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2. Frühjahrsübung der Freiwilligen Feuerwehr Ochsenfurt an der Grundschule in Ochsenfurt. Angenommene Schadenslage: Brand im Keller mit Menschenrettung über Dachgeschoß.


Bilder: Anton Öder
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Artikel Main Post vom 31.03.2003
Zum Teil gravierende Sicherheitsmängel
Feuerwehr: Wenn es brennt, kann es für Ochsenfurter Grund- und Hauptschüler brenzlig werden

Ochsenfurt (HELI)
Nicht ohne Grund hatten sich Kreisbrandinspektor Alois Schimmer und der Ochsenfurter Kommandant Wolfgang Raps die Schulen als Objekt der Frühjahrsübungen ausgesucht.

Bereits im vergangenen November hatten besorgte Eltern beim Kreisbrandinspektor (KBI) angerufen und im mitgeteilt, dass in einigen Räumen der Grund- und Hauptschule kein zweiter Rettungsweg vorhanden sei. Nach Darstellung Schimmers passierte dann Folgendes: Er habe für den 8. November eine Brandschutzbegehung der Gebäude organisiert, an der Vertreter der Feuerwehr, der Stadt und die Schuldirektoren von Grund- und Hauptschule teilnahmen.

Damals wurden einem Protokoll zufolge insgesamt sieben gravierende Mängel festgestellt. So gibt es z.B. in mehreren Klassenzimmern tatsächlich keine zweite Fluchtmöglichkeit. In der Grundschule besteht keine Möglichkeit die Schüler und Lehrer über Lautsprecher oder Glockenanlagen zu warnen. Die Treppenhäuser in der Hauptschule sind nicht rauchdicht, Brandrauch würde sich im ganzen Haus ausbreiten sowie Flucht und Rettung erschweren, wenn nicht gar unmöglich machen.

In einem der Redaktion vorliegenden Brief an Bürgermeister Wesselowsky schilderte Schimmer am 12. November die Mängel und mahnte dringenden Handlungsbedarf an. Es folgte am 22. November eine Begehung des Goßmannsdorfer Schulhauses, bei der ähnliche Mängel festgestellt wurden. 

Eine Woche später ging ein Brief Schimmers mit der Auflistung der Brandschutzmängel an der Goßmannsdorfer Schule an Wesselowsky. Der Bürgermeister schrieb daraufhin, dass einige kleinere Mängel schon behoben seien. Für die restlichen liefen Planungen mit Kostenermittlungen. Sofern jedoch größere Baumaßnahmen nötig seien, könnten die nur im Rahmen der beabsichtigten Gesamtsanierung der Schule ausgeführt werden.

Da diese bekanntlich bis auf Weiteres verschoben wurde, andererseits die Sicherheit der 750 Kinder nicht erst in ferner Zukunft gewährleistet sein soll, organisierte  Schimmer am 22. Januar eine weitere Begehung. Diesmal waren auch Vertreter des Landratsamtes und der Regierung von Unterfranken dabei.

Im Protokoll der anschließenden Besprechung fanden sich daraufhin noch mehr Sicherheitsmängel. Einem internen Aktenvermerk zufolge versprachen Vertreter der Stadt Ochsenfurt noch an Ort und Stelle, die Kosten der Baumaßnahmen zu prüfen und umgehend die Beseitigung der festgestellten Mängel vorzunehmen.

Seitdem wartet der Kreisbrandinspektor auf Nachrichten aus dem Rathaus. Ein Brief von Ende Februar an Wesselowsky, mit der Bitte um Mitteilung des Sachstandes, blieb bisher unbeantwortet. Der Bürgermeister sagte auf Anfrage, er warte seinerseits auf das Protokoll der letzten Begehung und Weisungen seiner vorgesetzten Dienststelle.

Bei den Frühjahrsübungen an den beiden vergangenen Sonntagen war das Szenario jeweils ähnlich: Ein im Keller ausgebrochenes Feuer verraucht die Treppenhäuser. Die Schüler einiger Klassenräume können deshalb nicht auf dem normalen Weg ins Freie gelangen und müssen von der Feuerwehr über Leitern gerettet werden.

Bevor die ersten Einsatzkräfte an der Grundschule anrückten, wurde der Keller von Kreisbrandmeister Anton Öder mit zwei Nebelmaschinen so gründlich verraucht, dass man im ganzen Treppenhaus die sprichwörtliche Hand nicht mehr vor den Augen sehen konnte. Kurz nach 7 Uhr kamen dann die ersten Feuerwehrfahrzeuge mit den etwa 40 Einsatzkräften an der Schule an. Neben ihren Fahrzeugen rüsteten sich jetzt die Feuerwehrleute mit Atemschutzgeräten und Masken aus. Sobald sie Wasser an den Strahlrohren hatten, gingen sie in Zweier-Trupps ins Gebäude, um Schüler und Lehrer zu retten und anschließend das Feuer zu löschen.

Die Ochsenfurter Drehleiter wurde an der Südseite in Stellung gebracht, um Kinder aus dem dritten Geschoß zu retten. In diesen Räumen findet normalerweise der Förderunterricht in kleinen Gruppen statt. In einer spektakulären Aktion wurden sieben Kinder und eine Lehrerin über den Leiterkorb gerettet. Trotz dieses modernen Geräts würde es annähernd eine halbe Stunde dauern, um einen Klassenraum zu evakuieren. Rektor Horst Nachtigall befürchtet daher, diese Zimmer schließen zu müssen, wenn keine Anbindung an die vorhandene Fluchttreppe, die momentan im zweiten Geschoss endet, eingerichtet werde.

An der Seite Richtung Main versuchten die Feuerwehrleute, Menschen über normale Leitern zu retten. Da die Höhe bis zum zweiten Stockwerk dort fast zehn Meter beträgt, fand sich nur der Hausmeister bereit, den Abstieg zu wagen.

Die Gruppe aus Lehrern und Elternbeiräten, die zu so früher Stunde gekommen waren, lobten zwar die sehr gute Arbeit der Floriansjünger, fanden aber trotzdem, die Evakuierung ganzer Klassenzimmer über Leitern würde im Ernstfall zu viel Zeit in Anspruch nehmen.

Nach dem Ende der Übung forderte KBI Schimmer unter anderem von der Vertreterin des Stadtrats, der Sicherheitsbeauftragten Ingrid Stryski, die notwendigen Umbaumaßnahmen nicht auf die lange Bank zu schieben. Schließlich gehe es um die Sicherheit von mehr als 700 Kindern.

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