Maibaumaufstellung 30.04.2003

 

Artikel Mainpost 02.05.2003
Kerzengerade vor dem Rathaus
 
OCHSENFURT
Muskelkraft, Augenmaß, Erfahrung und Besonnenheit sind Tugenden, die bei der Aufstellung des Maibaumes gefordert sind. Meist in den Abendstunden des letzten Apriltages wird in fast allen Dörfern und Städten landauf und landab dieses Symbol des Frühlings aufgestellt.
 
Gespannt warteten die Menschen auf dem Ochsenfurter Marktplatz, als sich gegen 18 Uhr vom Klingentor kommend endlich das Ereignis ankündigte. Schwungvoll angeführt von der Darstadter Blasmusik, marschierten die Mitglieder des Ochsenfurter Trachtenvereins und die kleinen Sängerinnen und Sänger des Schulchores der Grundschule mit ihrem Lehrer Alois Klüpfel Richtung Rathaus.

Das große Feuerwehrauto war notwendig, um die prächtige, 20 Meter lange Fichte zum vorbereiteten Standort zu transportieren. Etwa 1,20 Meter ist das mit Brunnenringen befestigte Loch tief, das vor dem Rathaus die nötige Standfestigkeit geben soll. Mehr als ein Dutzend kräftiger Ochsenfurter Feuerwehrmänner hoben den Stamm vom Anhänger Richtung Standort. Punktgenau gelandet wurde der gewaltige Baum nach rechts und links gesichert und an einem Stahlseil befestigt.

Jetzt war die Muskelkraft von Joachim Lotter, Friedrich Dehner, Thomas Reinhard, Dima Rifert und Christian Schulz gefordert. Die fünf Männer standen hoch oben im Gebälk des Rathauses und zogen mit einem Flaschenzug den schweren Riesen aus dem Erlacher Forst an einem Stahlseil hängend in die richtige Position. Eine wahrhaftig schweißtreibende Aufgabe für die Feuerwehrleute.



Mit Beifall dankten die Zuschauer den Männern, als mit einem kleinen Ruck der Stamm in die vorbereitete Kuhle rutschte und sich die Fichte kerzengerade vor dem Rathaus präsentierte.


Schweiß treibend: Der 20 Meter hohe Maibau forderte den Ochsenfurter Feuerwehrleuten Einiges ab.

Drei Generationen der Zimmererfamilie Lang mit Senior Theo, Zimmerermeister Hermann und Enkel Marvin standen bereit, um die Zunftzeichen anzubringen. Auf dem Platz vor dem Rathaus führten die Kulturreferenten Anton Gernert und Helene Heilmann durch ein abwechslungsreiches Programm.

Der eine oder andere Zuschauer summte leise mit, als die Kinder der Grundschule unter der Leitung von Alois Klüpfel Frühlingslieder anstimmten. Immer wieder eine Augenweide sind die Mitglieder des Trachtenvereines. Junge und ältere Paare drehten sich gemeinsam zu ewig jungen und immer aktuellen Melodien.

Mit viel Beifall bedacht wurde der Auftritt der Jüngsten des Trachtenvereins, die mit ihrer Tracht ein gesuchtes Fotoobjekt waren. Das von den Ochsenfurter Brauereien gestiftete Bier und die Bratwürste veranlassten so manchen Zuschauer bis weit in die Abendstunden hinein auf dem Marktplatz unter dem Maibaum den Frühling zu begrüßen.

Wie in vielen anderen Landkreis-Gemeinden wurde auch in Aub ein Maibaum aufgestellt. Dort hatten jedoch Unbekannte das für den Baum vorgesehene Loch zubetoniert. Das Problem wurde schließlich mit einem Pressluft-Hammer gelöst.
 
RENATE LINDNER
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