Historisches rund 
um die 
Freiwillige Feuerwehr Ochsenfurt
von 1500 bis 1968
1. Örtliche Gegebenheiten um 1500 19. Gründung einer Feuerwehrunterstützungskasse
2. Alarmierung im Mittelalter 20. Ära der Modernisierung
3. Der rote Hahn 21. 10jähriges Bestehen 1879
4. Löschgerät "Feuereimer" 22. Beitritt zur Sterbekasse 1882
5. Alarm- und Ausrückeordnung 23. Größere Schadensereignisse 1883
6. Tanklöschfahrzeug 24. Gründung einer Sanitätskolonne
7. Löscheinsatz und Wasserversorgung 25. Der erste größere Waldbrand
8. Die Feuerordnung anno 1518 26. Die neue Dienstkleidung 1890
9. Neubeschaffungen anno 1845 27. Umbesetzung in der Wehr 1901
10. Neufassung der Feuerordnung 1845 28. Wichtige Ereignisse von 1902 bis 1913
11. Neuordnung der Löschordnung 1845 29. Das erste Jubiläum
12. Größere Einsätze 1861 / 1864 30. Feuerschutzpolizei
13. Vorgeschichte der Gründung der FFOchsenfurt 31. Das erste Feuerwehrauto
14. Gründung der freiw. Feuerwehr Ochsenfurt 08.11.1868 32. Ausbruch des 2. Weltkrieges
15. Die Feuertaufe der neu gegründeten Wehr 33. 80jähriges Stiftungsfest
16. Der erste Übungsdienst 1869 34. 15 Jahre Spielmannszug
17. Was hatte nun diese junge Mannschaft für Geräte? 35. Brand im neuerbauten Kreiskrankenhaus 1966
18. Der erste Auswärtsbrand 07.06.1869 36. Kommandanten in der FFO

Einsatzgrundsätze in Verbindung mit elektr. Leitungen 1899

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 
 
 

Örtliche Gegebenheiten um 1500

Im Mittelalter zählte die Stadt Ochsenfurt rund 400 Häuser, die dichtgedrängt innerhalb eines doppelten Mauerringes
standen, der eine Fläche von rund 12,5 ha umschloss. Neben dem Main,  welcher im Norden des Mauerringes
entlangzog, standen etwa 14 öffentliche Brunnen und ein Mehrfaches an Hausbrunnen als Wasserquelle zur Verfügung,
wenn ein Brand ausgebrochen war. Nicht nur in Friedenszeiten, insbesondere wenn Krieg herrschte, waren die teilweise
aus Holzfachwerk erbauten Häuser, von denen manches mit Schilf oder Stroh gedeckt war, leichte Beute für Brandpfeile
und Feuerkugeln, die der Feind bei Belagerungen einsetzte. Es war demnach nicht nur Pflicht der Bürger, ihre Stadt
gegen Feinde zu verteidigen, sondern zu den Pflichten eines Ochsenfurter Bürgers gehörte es auch, im Brandfall die
Feuerbekämpfung vorzunehmen.

Die Feuerordnung aus dem Jahre 1518 bestimmte genau, was geschehen musste, "so sich Feuer und Brand, was Gott
der Allmächtige nach seinem göttlichen Willen gnädig verhüten wolle, es wäre bei Tag, oder Nacht, sich erhebt und ereignet".

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Alarmierung im Mittelalter

Die vier Haupttürme der Stadt (Klingenturm, oberer Turm, Brückenturm und Taubenturm) waren tagsüber ständig mit
Wächtern besetzt. Die hoch über den Dächern wohnenden Türmer mussten ständig Ausschau halten und entdeckten
daher von ihrer hohen Warte aus zunächst, wenn ein Brand ausgebrochen war. Wurde ein Brand entdeckt, musste
der Türmer sofort in sein Horn blasen und zwar so lange, bis der Kirchner, der neben der Stadtkirche seine Wohnung
hatte, die Glocke "zum Sturme" schlug. Der Ausdruck, daß beim Brand "gestürmt" wird, hat sich weit bis in unsere
Zeit hinein erhalten.

Sobald der Kirchner die Glocke betätigte, wobei die Grosse (Bürgerglocke) für Brände in der Stadt das Signal gab,
während für Auswärtsbrände die "Mittagsglocke" benutzt werden musste, haben die Türmer sofort wieder mit ihrem
Hornsignal einzusetzen, wenn "noch an einem anderen Ort der Stadt Feuer zu sehen war, oder vor der Stadt sich
Leute mit ungewahrsamer Gefährlichkeit sich sehen ließen". Diese Bestimmung war ganz auf Kriegszeiten zuge-
schnitten, zumal es ja zu den Hauptwaffen der Angreifer gehörte, den "Roten Hahn auf das Dach zu setzen".

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Der Rote Hahn

Dem Kirchner musste während des "Stürmens" zwei bis drei Bürger als Gehilfen zur Ablösung dienen. Er musste
nämlich zwischenzeitlich auf die Zinnen des Turmes klettern und dort bei Tage in einen schwenkbaren Haken eine
rote Fahne, oder bei Nacht eine rote Laterne einhängen, damit man sehen konnte, in welcher Richtung der Brandplatz
lag. Es konnten sich also sofort die Löschmannschaften an diesem Signal orientieren. Um die Löschmannschaften
bei stockdunkler Nacht einsetzen zu können, eine Stadtbeleuchtung war damals noch unbekannt, waren an vielen
Hausecken Pechpfannen befestigt, wobei jeder Hausbesitzer dafür Sorge tragen musste, dass die Pechringe jederzeit
einsatzbereit waren. Vom Jahre 1600 an mußte der "Schlotfeger" diese Kontrolle durchführen. Einer der Gehilfen
des Kirchners hatte dafür zu sorgen, dass die Pechpfannen in Richtung gegen das Brandobjekt angezündet wurden,
damit die Wasserführer den Weg fanden. Im Kriegsfall mußten sämtliche Pechpfannen sofort, wenn der Feind sich
näherte, angebrannt werden.

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Löschgerät "Feuereimer"

Nach der "Feuerordnung" musste im Alarmfall der erste und zweite Bürgermeister sofort auf das Rathaus sich
begeben und dort zusammen mit den Stadtknechten die Verteilung der Feuereimer beginnen. Bürger, die selbst
eigene Eimer hatten, brachten diese mit. Die Feuereimer, aus dickem Leder gefertigt, waren noch z. Zt. der
Gründung der Ochsenfurter Feuerwehr im Jahre 1868 im Gebrauch. Wie eine Notiz im Protokollbuch des Jahres
1918 zeigt, wurde im ersten Weltkrieg ein Großteil der Feuereimer ein Opfer der Zeit, sie wurden nämlich zum
Besohlen von Schuhen verwendet.

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Alarm- und Ausrückeordnung

Während nun die Feuereimer auf dem Rathaus ausgeteilt wurden, hatten sich die Schröter, Kornmesser und
Sackträger zum alten Rathaus zu begeben, wo sechs bis acht Feuerleitern und Einreißhaken lagerten, die diese
herbeischaffen mußten; wobei sie nach der Feuerordnung diese "zum Feuer tragen und beim Löschen und Dämpfen
mit möglichstem Fleiß" einsetzen mussten. Mit dem Alarmruf mussten sich dann auch die "Kärrner" und alle,
welche eigene Pferde hatten, zum Brandplatz begeben. Diese führten ein regelrechtes Wettrennen zum Brandplatz
durch, denn derjenige, der zuerst am Brandplatz erschien und ein gefülltes Gefäß mitbrachte, "der soll einen Gulden,
der nächste einen halben und der Dritte einen Viertelgulden Ortswährung erhalten", wie es die Feuerordnung bestimmte. 

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Tanklöschfahrzeug

Als Gefäße standen große Kupferkessel an den öffentlichen Brunnen bereit, die auf hölzerne Kufen montiert
waren und gleich einem Schlitten durch die Straßen gezogen wurden. Hier haben wir also die ersten Tanklösch-
fahrzeuge in unserer Stadt schon im Mittelalter. Aus den am Brandplatz angefahrenen Wasserkesseln wurde
nun mit den Ledereimern mittels einer Eimerkette das Wasser an das Brandobjekt herangebracht und nach
Kräften bekämpft.

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Der Löscheinsatz, die Wasserversorgung

Währenddessen sorgten andere Eimerketten, die zum nächsten Brunnen gebildet wurden, für das Auffüllen
der Wasserkessel. Alarmiert waren mit dem "Stürmen" aber auch die Stadtmeister, namentlich: Zimmerleute,
Steinmetzen, Mauerer, Schmiede und Schlosser, die sich mit "Waffen und Werkzeugen, welche man beim Brand
verwenden konnte, zum Feuer zu begeben und zu Löschen und zu Dämpfen nach Möglichkeit" auszurüsten hatten.
Die Brunnenmeister mußten "Eimer, Kästen, Korngelten, zum Brunnen wälzen", wobei sich als Wasserschöpfer
jeweils zwei bis sechs Leute aus der Nachbarschaft, die sich gegenseitig ablösten, einzufinden hatten. Wenn
man bedenkt, dass die Brunnen eine durschnittliche Tiefe von etwa 25 Meter hatten, während in denselben
vielleicht in den günstigsten Fällen das Wasser 8 bis 10 Meter hoch stand, so kann man sich die Mühe vorstellen,
welche die Wasserförderung mit sich brachte.

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Die Feuerordnung anno 1518

Wer von den Bürgern nicht eine "besonders verordnete Funktion" hatte, musste unter Berufung auf seine Bürgerpflicht,
sich entweder einen Eimer holen, oder ein eigenes Geschirr mitbringen und "Löschen, als ob das brennende Haus
das eigene wäre". Auch mussten "alle Weiber, Knechte und Mägde mit Putten Wasser tragen" und auch der "Bader
und sein Ehehalt" hatte mit seinen Instrumenten und einer Gelden zum Brandplatz zu eilen". Er soll "helfen aufs Best
und wenn an seinem Gerät Schaden wird, so wird er wieder gut gemacht". Keiner von allen durfte mit der Löschtätigkeit
aufhören und den Brandplatz nicht eher verlassen, bis er dazu befohlen wurde "es sei denn, dass sein, oder des
Nachbarn Haus zu brennen anfängt, dann dar er Hilfe leisten."

Wenn nun, wie hier beschrieben, das Ausbrechen eines Brandes praktisch die ganze Bürgerschaft in Bewegung setzte,
so sorgte die vorgeschriebene "Feuerordnung" dafür, dass der Einsatz sinnvoll und zweckmäßig geschah, darüber
hinaus waren jedoch der Schultheiß, die beiden Bürgermeister, die Ratsherren und der Stadtschreiber dazu verpflichtet,
"das Volk zweckmäßig zu bereden und überall Aufsicht zu führen". Weiter mussten sie darauf auchten, dass "ohne
Befehl kein Gebäud eingerissen wird".

Schliesslich sollten "alle Zuschauer ernstlich zur Arbeit ermahnt werden und ein Feiern keineswegs gestattet sein".
Die Bäcker und die Büttner, so wie auch andere Berufe, die ein offenes Feuer hatten, durften nicht zum Brandplatz,
sondern mussten ihren eigenen Herd bewachen, ebenso die Gastwirte, wobei den Wirten noch auferlegt war, "sowohl
Wirt wie Gastgeber soll Acht haben auf ihre Gäste, sie nicht herauslassen und gut beobachten".

"Bürger, die in der Nähe des Brandplatzes wohnen, sollen nicht nachsehen, ob die Wand noch kalt sei, sondern
Löschen und Dämpfen mithelfen". Ist aber die Wand heiss, so sollen sie mit Wasser dämpfen und zusammen
mit dem Ehehalt Aufsehen haben, dass das Feuer nicht übergreift."

Die Stadtmannschaft hatte sich, sobald der Feueralarm ertönte, mit voller Wehr einzufinden. 

Es wurde immer ein Jahr vorher bestimmt, wer in voller Wehr zu erscheinen hat.

Sie sollten dann mit dem Schultheiß und dem Bürgermeister gehen und "wo sich etwas ungefähr erregen tät,
demselben mit starker Hand Widerstand leisten". Die Viertelmeister waren in der Zwischenzeit ebenfalls
unterwegs, um "zu verhüten, dass während der Feuersbrunst nicht gestohlen wurde." Wir sehen also, dass
wirklich, oft bis in die kleinste Einzelheit, alles für den Brandfall in der Feuerordnung von 1518 niedergelegt war,
so dass diese alte Vorschrift, mit wenigen Ergänzungen, die sich hauptsächlich auf die im Jahre 1720 bis 1750
angeschafften Feuerspritzen bezogen, bis hin in das Jahr 1868 unverändert Geltung hatte und genügte.

Die erste Spritzenmannschaft, die noch mit Lederschläuchen arbeitete, setzte sich im Jahre 1736 wie folgt
zusammen: 

             1. Zum Schlauch dirigieren: 
                      Andreas Räuschlein und Phillip Imhoff
             2. Schlauchwarte:
                     die beiden Schumacher Kaspar und Jakobus Schwarz
             3. Die Wächter des Kupfer- und Eisenwerkes:
                     die Schlosser Hans und Jörg Hurl.

Im Jahre 1800 wurde in der Feuerordnung aufgenommen, dass die Schiffer, wenn der Main zugefroren ist, immer
dafür sorgen müssen, dass ein Loch im Main offen gehalten wird. Die neue, grosse Feuerspritze, die man 1736
angeschafft hatte, wurde bis im Umkreis von zwei Meilen auswärts eingesetzt. Sie wurde von 14 Mann bedient;
drei waren "zum Bedienen der Röhren und Schwanenhäls und zum Hahnen dirigieren" abgeteilt, wobei als Lohn
eine Maß Wein und ein Weck ausgesetzt war. Bei Auswärtsbränden waren "14 Feuerläufer" eingesetzt.

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Neubeschaffungen anno 1845

Im Jahre 1845 beschaffte die Stadt Ochsenfurt eine große Feuerspritze, die man in Nürnberg für 1244 Gulden
gekauft hatte. Weiteres Inventar war in diesem Jahr: eine mittlere und eine kleinere Feuerspritze (alle drei zum
Bespannen), dazu ein großer Feuerwagen, zwei Handspritzen, fünf kupferne Kessel auf Rutschen, 81 lederne
Feuereimer, neun Feuerhaken und neun Feuerleitern. 

Die Spritze aus dem Jahr 1845 verrichtete ihren Dienst bis 1913, und wurde dann verkauft, wobei man von
ihrem Erlös eine neue Leiter anschaffte. –

Das Feuerlöschgerät aus alter Zeit wird heute noch in einigen Exemplaren im Stadtmuseum und im Feuerwehrhaus
aufbewahrt, so dass man sich heute noch eine Vorstellung machen kann, mit welchen Geräten seinerzeit die
Feuerbekämpfung durchgeführt wurde.

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Neufassung der Feuerordnung 1845

Im Jahre 1845 wurde die Feuerordnung, nachdem sie über Jahrhunderte Gültigkeit hatte, neu zusammengestellt
und vom Stadtrat verabschiedet. Auch diese Feuerordnung geht noch davon aus, dass es Pflicht aller Bürger ist,
bei Bekämpfung von Bränden mitzuwirken. Während die aus dem Mittelalter stammende Feuerordnung in erster
Linie die Brandbekämpfung in der Stadt betraf, da man ja kaum Interesse an einer Brandbekämpfung über die
eigenen Mauern hinaus hatte, hat die neue Verordnung von 1845 schon vorgesehen, dass bei Bränden in den
Nachbarorten Hilfe geleistet werden muss. 

Der Feueralarm bei Bränden innerhalb der Stadt wurde nach wie vor durch „Stürmen“ mit der Bürgerglocke von
der Stadtpfarrkirche St. Andreas aus gegeben. Auf dieses Signal hin war es „jedem Bürger Pflicht, sogleich zur
Hilfe zu eilen“. Die Bürger, denen die Löschordnung einen bestimmten Platz zugewiesen hatte, mussten sich an
der
  entsprechenden Stelle mit ihrem Gerät einfinden. Alle übrigen, insbesondere die Erwachsenen der
Familienangehörigen hatten bei der Arbeit des Wassertragens mitzuhelfen.

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Neuordnung der Löschordnung 1845

Die Löschgeräte waren in der Rathaushalle und in der oberen Spitalhalle untergebracht. Pferdebesitzer mussten
die Löschmaschinen Nr. 1 bis 4 aus ihrem Verwahrungsort holen und nach Anweisung des Kommandanten
zum Brandplatz in der Stadt, oder in die nächstgelegene Ortschaft fahren. Bei strengem Frost mussten

alle Bierbrauer, Essigsieder, Färber, Seifensieder und Metzger ihre größten Kessel mit warmen Wasser bereit
halten. 

Man bedenke, dass die Wasserleitung erst im Jahre 1908 im Stadtgebiet verlegt worden ist und bis dorthin die
Wasserbeschaffung, insbesondere auch im Winter bei der Feuerbekämpfung große Schwierigkeiten mit sich
brachte. Gleichwohl hat der Protokollführer der Feuerwehr noch im Jahre 1890 vermerkt, dass seines Wissens
niemals bei Bränden in der Stadt Wassermangel geherrscht habe. Ein Zeichen dafür, dass die Beschaffung des
Wassers außerordentlich gut organisiert gewesen sein muss.

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Größere Einsätze 1861 / 1864

Bei Durchsicht der bis in das Mittelalter hineinrechenden Archivalien konnte man feststellen, dass die Stadt
Ochsenfurt sowohl in Friedens- als auch in Kriegszeiten, vor größerem Schadensfeuer bewahrt blieb. Vielleicht
war hierdurch auch die Wachsamkeit etwas im Laufe der Jahre vernachlässigt worden. Jedenfalls, man feiere
gerade Allerheiligen 1861, brach ein schweres Schadensfeuer aus. Die Hintergebäude des Gasthauses „Zur
Post“ waren in Brand geraten, der sich auf die anschließende Schafscheune, ein großer Doppelbau, ehemals
die sogenannte Rossmühle und auf weitere Gebäude ausdehnte und sie in Schutt und Asche legte. Der Chronist
berichtet darüber: „Eine große Menge Brennstoff, riesige Gebälkelager, Massen an Futtervorräten und sonstiges
brennbares Material nährte die Flammen. Eine riesige Lohe stieg auf zum Himmel. Grell beleuchtete diese die
Umgebung.

Ein schaurig schönes Bild.

Am 16.03.1864 war der wertvolle „Schwedensaal“ im Hause des Kaufmanns Paul Weigand, ein unersetzliches
Stück alt Ochsenfurter Baugeschichte, ein Opfer der Flammen geworden. Der damalige Bürgermeister und
Landwehroberst, Peter Weigand, und seine Ehefrau konnten nur unter großer Mühe aus dem brennenden
Haus gerettet werden.

Am 25.08.1865 brannte in Ochsenfurt die Johann-Gehringsche-Brauerei und es entstand ganz erheblicher
Schaden.

Diese drei schweren Schadensfeuer innerhalb von drei Jahren waren wohl der Anstoß, dass man sich der
Feuerbekämpfung wieder mehr annahm.

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Vorgeschichte der eigentlichen Gründung der FFOchsenfurt

Aus den Akten des Männerturnvereins Ochsenfurt aus dem Jahre 1862 ersehen wir, dass die Männerturnvereins-
Mitglieder: Weigand, Feßenmayer, Albert Reuss, Riegel, Schmitt, Hofmann und Herbig, einen Ausschuss gebildet
hatten, mit der Aufgabe, „schnell und rege die Gründung einer freiwilligen Feuerwehr zu verwirklichen“. Man holte
sich die Dienstvorschriften der Turnerfeuerwehr Landsberg (1861), der Feuerwehr von Stadt Mergentheim (1861)
und der freiwilligen Feuerwehr Bamberg (1862), um die Unterlagen für eine solche Gründung zu studieren. Am
17.04.1864war man dann soweit, dass man die Stadt um Unterstützung bat. Es sollte das Löschgerät, das
vorhanden war, zum Gebrauch überlassen werden und neues Feuerlöschgerät dazu angeschafft werden, auch
sollte die bestehende Feuerlöschordnung, welche auf die Basis der Pflicht gestellt war, dahin abgeändert werden,
dass jeder Bürger, welcher zur freiwilligen Feuerwehr übertreten wollte, von der bisherigen Verpflichtung im
städtischen Löschdienst entbunden werden sollte.

Die Stadtväter wollten jedoch die Pflichtfeuerwehr noch so lange beibehalten, bis feststehe, dass die Kräfte der
freiwilligen Feuerwehr ausreichten, und sie auch den auswärtigen Dienst, also die nachbarliche Löschhilfe in den
umliegenden Orten übernehmen können. Allerdings verlief, trotz größtem Eifers des Ausschusses, die
Gründungsversammlung am 07.05.1864 nicht erfolgreich, da sich nur 24 Turnvereinsmitglieder zum Beitritt
zur freiwilligen Feuerwehr bereit erklärten. Der erste Versuch zur Gründung einer freiwilligen Feuerwehr war
damit erfolglos verlaufen.

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Gründung der freiwilligen Feuerwehr Ochsenfurt 08.11.1868

Einige Mitglieder des früheren Gründungsausschusses, nämlich Albert und Herbig, sowie die Herren Jungkunz,
Nenninger und Seitz griffen am 18.10.1868 erneut den Gedanken der Gründung einer freiwilligen Feuerwehr
auf. Diesmal setzte man eine Hausliste in Umlauf und 102 Einwohner trugen sich ein, so dass die
Generalversammlung vom 08.11.1868 erfolgreich verlief. 

 
Original-Gründungsprotokoll von 1868
Übersetzung
 

Ochsenfurt den 12. November 1868
 

Gründungs-Protokoll
 

Mit dem Heutigen gelangte 
auch hier die Durchführung 
einer Freiwilligen Feuerwehr zur 
vollendeten Tatsache, nachdem die 
hierzu nötigen Schritte von einem 
in der ersten Versammlung 
am 18. Oktober 1868 gewählten 
Komitee geschehen waren.
 

Das Letztere bestand

aus den Herren:

Albert

Herbig jr.

Jungkunz 

Nenninger und

Seitz

Die von diesem Komitee
entworfene Feuerlöschordnung
sowie Satzungen
Dienstesvorschriften, bei deren 
Ausarbeitung und Anbahnung


an die städtische Löschordnung 

sich insbesondere H. Stadtschreiber 

Mainzinger mit regem Eifer tätlich 

beteiligten, wurden unterm 

8. November 1868 von der 

Generalversammlung für 

gut befunden und angenommen, 

worauf sofort die Wahl 

der beiden Kommandanten 

sowie den übrigen Chargierten 

durch die bereits festgelegten 

einzelnen Abteilungen 

vorgenommen wurde.

Das Wahlergebnis war 
das der derzeitigen 
Feuerlöschordnung unter Abteilung 
A beigefügte.

Der durch diese Wahl gebildete 
Ausschuß und resp. durch

Beitritt zweier Magistrats-

mitglieder - Verwaltungs-

ausschuß betätigte sofort die

Anschaffung der Requisiten

und Ausrüstungsgegenstände,

welche Dank den

Vätern der Stadt in Folge

Flüssigmachung des hierzu

unbedingt nötigen Kapitals

so schnell in Ausführung

gebracht werden konnte,

dass bereits am 1. Januar

1869 nach Empfang der

Ausrüstungen und einigen

kleineren Übungen die 

Feuerwehr in den Stand

gesetzt war, dem Magistrate

Die Übernahme des Feuer-
löschdienstes in hiesiger Stadt
und dem hierzu gehörigen
Bezirke von diesem Tag an 
anzuzeigen.

Für die Richtigkeit
Herbig
Kommandant
Die Satzungen wurden angenommen, Kommandanten und Chargierte gewählt. Der 1. Kommandant der freiwilligen
Feuerwehr Ochsenfurt wurde Georg Herbig jun. und zum 2. Kommandant wählte man den Bauführer C. Nenninger.
Erster Zugführer war Büttnermeister Michael Pappenberger, Kolonnenführer Adam Seitz, A. Engert, Karl Jungkunz
und Malermeister Alois Hofmann. Zum ersten Zeugwart wurde der Büttnermeister Kilian Lindwurm bestellt, zum ersten
Chargierten der Weinhändler Konrad Gresser, 1. Sekretär J.B. Metzger (genannt Bäckenpeter). Weiter berief man
noch folgende Bürger zu Führerstellvertreter Schmitt, Kleinschrodt, Michael Aurich, Michael Kohlenberger, Gastwirt
Martin Oechsner. u.G.A. Schimmer.

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Die Mannschaften wurden eingeteilt ein: Spritzenmänner Nr. 1 und 2, Retterrotte 1 und 2, Steigerrotte 1 und 2, dazu
kamen 2 Signalisten und 3 Tamboure. Als Gerät hatte die junge Wehr: die Spritzen Nr. 1 und 2, während die Spritzen
Nr. 3 und 4 der immer noch, neben der freiwilligen Feuerwehr bestehenden Pflichtmannschaft vorbehalten blieben.
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Die Feuertaufe der neu gegründeten Wehr

Bereits am 10.12.1868 hatte die junge Wehr ihre Feuertaufe. Bei dem Winzer Andreas Hofmann, in der Nähe
der katholischen Pfarrkirche, war ein hartnäckiges Hochfeuer ausgebrochen. Die Brandbekämpfung gelang und
der damalige Stadtpfarrer Riegel spendete für dein Einsatz "als erste freiwillige Gabe", wie es vermerkt ist, 20
Gulden.

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Der erste Übungsdienst 1869

Im Januar 1869 rückte die Wehr zu ihrem ersten Übungsdienst aus. Es war für die Ochsenfurter Bürger eine
Freude, den stattlichen Zug von Feuerwehrmännern zu sehen: 61 Spritzenmänner, 28 Steiger, 28 Retter, an
der Spitze drei Tamboure und 2 Signalisten, drei Chargierte, also zusammen 125 Mann rückten zum Übungsplatz
auf dem ehemaligen Viehrasen, am unteren See, aus. Dies war die erste Feuerwehrübung, die die Bevölkerung
sah, nachdem ja die Pflichtfeuerwehr früher offenbar derartig organisierte Übungseinsätze nicht kannte.

Mit dem 01.01.1869 war auch die Tätigkeit der früheren Pflichtfeuerwehr eingestellt worden, den "auswärtigen
Dienst" übernahm eine 24 Mann starke Rotte freiwilliger Feuerwehrmänner, unter dem Zugführer Michael
Pappenperger.

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Was hatte nun diese junge Mannschaft für Geräte?

Die alten, schwerfälligen Leitern, die noch aus dem Mittelalter stammten, und immer noch in Gebrauch waren,
wurden nur nach und nach durch handliche Standleitern ersetzt. Angeschafft wurde: eine Schubleiter, sowie
eine Dach- und Steigeleiter. Dazu erwarb man, für 31 Gulden, einen Rettungssack. Die Uniformstücke fertigte
ein hiesieger Handwerksmeister. Die Dienströcke bestanden aus dunkelblau-gestreiftem, baumwollenem
Blusenstoff. Dazu wurde ein Gurt mit Karabinerhaken, sowie eine Beiltasche getragen.

Zu den Lederhelmen fertigte der Spenglermeister Metzger die Helmbeschläge.

Das erforderliche Lederzeug und die Leinen wurden vom Sattlermeister Fritz und Martin Riedel und Seilermeister
Vollmut geschaffen. 

Die Beile lieferte der Schlossermeister Schmitt. Bemerkenswert ist noch, dass man 150 ausgemusterte
Militärhelme zu je 18 Kreuzer angekauft hatte und damit schon damals Sparsamkeit übte.

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Der erste Auswärtsbrand 07.06.1869

Den ersten Auswärtsbrand bekämpfte am 07.06.1869 die freiwillige Feuerwehr Ochsenfurt in Frickenhausen,
wobei der Feuerwehrchronist bemerkte, dass man „die Ochsenfurter“ im Vorgehen zu hindern suchte und einen
absichtlich losgetretenen Kamin auf die Steigermannschaft niederwarf, wobei der Steiger Robert Metz auf der
Schubleiter verletzt wurde. Wenige Monate später gab es einen weiteren Verletzten, als der neu angeschaffte
Rettungssack abriss und der Wehrmann Ignatz Ebert in den „Krämergarten“ stütze.

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Gründung einer Feuerwehrunterstützungskasse

Um wirksame Hilfe für verunglückte Feuerwehrkameraden zu schaffen, beschloss man, der eigens zur Sicherheit
der Feuerwehrleute geschaffenen Kasse beizutreten, wobei ein Jahresbeitrag von 12 Kreuzer zu entrichten war.
Diese Feuerwehrunterstützungskasse wurde bis zur Inflation im Jahre 1923 als offenbar die Kapitalien mit der
Geldentwertung verloren gingen, von allen Mitgliedern beibehalten.

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Ära der Modernisierung

In den folgenden Jahren verbesserte die freiwillige Feuerwehr Ochsenfurt nicht nur ihren Ausbildungsstand,
sondern es wurden auch die Geräte ständig ergänzt und moderne angeschafft. Darüber hinaus erkannt man,
dass die in der freiwilligen Feuerwehr zusammengeschlossenen Kameraden auch gesellschaftlich in Erscheinung
traten. Nicht nur die Familienfest, die die Kameraden feuerten, wurden durch Fackelzüge, oder
Gesangsdarbietungen verschönert, man trug auch, in voller Uniform, verstorbene Kameraden zu Grabe.
Auch wenn Feierlichkeiten weltlicher oder geistlicher Art auf der Tagesordnung standen, fehlte nicht die
Feuerwehr in ihrer schmucken Uniform, um durch ihre Anwesenheit ihre Teilnahme am Stadtgeschehen zu
dokumentieren.

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10jähriges Bestehen 1879

Am 26.10.1879 feierte die freiwillige Feuerwehr Ochsenfurt das 10-jährige Bestehen. Eine Geräteausstellung,
wobei die für 730 Mark angeschaffte „mechanische Schubleiter“ Bewunderung erregte, und ein vom Kupferschmied
Wilhelm Schauffler gefertigter „Wassersauger“, der mit einer Leistung von drei Eimern Wasser je Minute die
rasche Wasserbeschaffung förderte, zog viel Volk an. 

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Beitritt zur Sterbekasse 1882

Im März 1882 trat die Wehr geschlossen der neugegründeten Sterbekasse unterfränkischer Feuerwehren bei,
so dass auch in dieser Richtung die Wehrmänner Sicherheit für Ihre Angehörigen geschaffen hatten.

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Größere Schadensereignisse 1883

Am 11.01.1883 abends gegen 18.00 Uhr brach im Bärenbräu ein „gewaltiger Darrenbrand“ aus. Dank des
Einsatzes der Feuerwehr gelang es, ein Ausbreiten des Feuers auf die Nachbarschaft zu verhindern. Der
tapfere Einsatz der Feuerwehr bei diesem Brand, dürfte der Anlass gewesen sein, dass der damalige
Bezirksamtmann Heider einen Ehrenpokal stiftete, der „ein Maß und ein Schoppen“ Inhalt hatte und von
den Kameraden mit „Mundstück“ bezeichnet wurde, das man bei festlichen Anlässen gerne an den Mund
setzte, und leerte. Über den Verbleib dieses Pokals ist leider nichts bekannt geworden. 

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Gründung einer Sanitätskolonne

Bei der Generalversammlung am 31.01.1886 wird erstmals die Mitgliederzahl wieder aufgeführt, wobei 131
Aktive, 84 Reserve, als 215 Mitglieder gezählt wurden. Damals beschloss man auch, der Wehr eine
Sanitätsabteilung anzugliedern, wobei Herr Dr. Grub zum Kolonnenführer gewählt wurde und die Kameraden
Franz Schott, Bernhard Ulrich, Johann Wagner, Philipp Pappenberger und Georg Gram sowie Michael
Engert den Sanitätsdienst übernahmen.

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Der erste größere Waldbrand

Am 13.05.1888 bekämpfte die Wehr den ersten, größeren Waldbrand. Im sogenannten „Hübnerholz“ war eine
Fläche von drei bis vier Tagewerk in Brand geraten. Auch diese schwierige Aufgabe wurde von den Wehrmännern
gemeistert. 

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Die neue Dienstkleidung 1890

Am 31.04.1890 rückte die Wehr zum ersten Male im neuen Dienstrock aus: schwarzes Tuch mit roter Einfassung.
Diese Kleidung war so stabil, dass sie sich teilweise noch bis in die heutige Zeit in Einzelstücken, die noch
in Gebrauch sind, erhalten hat. Die Uniform kostete pro Mann 14 Mark.

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Umbesetzung in der Wehr 1901

Bei der Generalversammlung 1901, die mit einem „Hochruf auf den Prinzregenten Luitpold“ endete, wurde
die stattliche Zahl von 489 aktiven und passiven Mitgliedern gezählt.  Die Einteilung der Wehr in Zügen
wurde erstmals erhoben. 2 Steigerführer, 2 Retterführer und 4 Spritzenführer sollten den neuen Zügen
vorstehen. Kommandant Oechsner Martin, sowie Dehner Fritz und Kaspar Weippert, die schon immer
zu den Führern der Wehr zählten, genauso wie der Justizsekretär Michael Löhr wurden wieder in den
Vorstand berufen.

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Wichtige Ereignisse von 1902 bis 1913

Am 06.03.1902 kam es wieder zu einem Großbrand. Ein historisches Gebäude, der ehemalige „Stift
Burkard´sche Kastenhof“, eines der größten Profangebäude der Stadt, das dem Getreidehändler Josef
Öchsner gehörte, und etwa um 1500 erbaut worden sein dürfte, brannte völlig aus. Hiermit sank wieder
ein Stück Altochsenfurt in Asche.

Im Mai 1907 gab es gleich zwei Großbrände. Am 17.05. früh 8.00 Uhr brannte das Anwesen Dorsch in
der Sterngasse und am 22. Mai die Anwesen Leuerer, Brandner und Benkert in der Würzburger Straße. 

Am 21.08. des gleichen Jahres fielen die benachbarten Anwesen des Maurermeister Adam Hanika und
des Schlossermeister Philipp Belschner den Flammen zum Opfer.

In der Generalversammlung am 13.02.1910 übernahm der Rauhwarenhändler Josef Aurich das Amt des
ersten Kommandanten der freiwilligen Feuerwehr, welches er bis zum Jahre 1933 innehatte. Der langjährige
Kommandant Martin Oechsner, der von Josef Aurich abgelöst wurde, starb noch im gleichen Jahr und
wurde, ebenso wie sein Vorgänger Herbig, unter großer Anteilnahme zu Grabe getragen.

Bis in das Jahr 1913 wurde dann die Stadt vor größeren Bränden verschont,  jedoch am 21.04.1913 wurde
in der oberen Klingengasse bei Breunig und am 13. August in der Reedersgasse bei Schmiedemeister
Georg Zehnter ein Feuer entdeckt. Der Chronist der freiwilligen Feuerwehr hielt dabei fest, dass die
„Wasserleitung, die im Jahre 1908 in der Stadt verlegt wurde, die Brandbekämpfung wirksam unterstützte“.
Von diesem Zeitpunkt an wurden die alten Feuerspritzen außer Dienst gestellt, denn mit dem Druck der
Wasserleitung rückte man die Flammen wirksamer zu Leibe, als mit den von Hand betriebenen Spritzen.

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Das 50jährige Jubiläum

Die Kunst der Mitglieder der Ochsenfurter freiwilligen Feuerwehr Feste zu gestalten, da sich von jeher viele
freiwillige Kameraden fanden, um die Ausgestaltung vorzunehmen, hätte mit Sicherheit das 50jährige 
Jubiläum der Gründung der freiwilligen Feuerwehr Ochsenfurt, welche im Jahre 1918 fällig war, zu einem
großartigen Fest gedeihen lassen. Damals schrieb jedoch der Chronist, dass man „infolge des ernstes
der damaligen Zeit von einer Feier des 50jährigen Bestehens absieht“. In der Ausschusssitzung  wurde
einstimmig beschlossen, ein feierliches Requiem abzuhalten und einen Kranz am Kreuz im alten Friedhof
niederlegen zu lassen. Lediglich der Stadtmagistrat von Ochsenfurt stiftete aus Anlass des 50jährigen
Bestehens der Wehr einen Betrag von RM 500,-- zu Gunsten des Unterstützungsfonds. Die weltliche
Feier sollte der Zeit nach dem Kriege vorbehalten bleiben.

Der Pflichteifer der Ochsenfurter Feuerwehrmänner ließ jedoch auch, trotz der schweren Zeiten nach
dem ersten Weltkrieg, nicht nach. Es hatte 1923 die Inflation alle Gelder aufgezehrt, doch begann man
gleich wieder mit der Bildung einer Unterstützungskasse für die Feuerwehrmänner. 1926 hatte die Wehr
146 Mitglieder. Es wurden einen neue Rauchschutzabteilung in diesem Jahr der Wehr angegliedert.
Auch wurden 100 Minimaxfeuerlöscher, teils über die wehr und teils privat, angeschafft, man versprach
sich von diesem neuen Gerät eine Bekämpfung der Zimmerbrände, die in den 20iger Jahren und in der
folge, immer häufiger ausbrachen. Es ist möglich, dass der allgemeine Übergang von Holz als Brennstoff
zur Kohle, die oft aus sehr alter Zeit stammenden Kamine, die noch oft von Holzbalken durchzogen
waren, da und dort zum Brandherd werden ließ. Die für 1300 Mark angeschaffte neue Leiter kam
gerade recht, um beim 60jährigen Stiftungsfest im Jahre 1928 bei der Geräteschau vorgeführt zu
werden. Die Wehr zog damals außer den Steigern mit vier Hydrantenabteilungen, einer Rauchschutz-
abteilung, einer Sanitätsabteilung und Ordnungsmannschaft unter klingendem Spiel durch die Stadt,
wobei die Trommler und Fanfarenbläser von der Stadtkapelle gestellt wurden.

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Feuerschutzpolizei

Das Zeitalter der Motorisierung brachte es mit sich, dass im Jahre 1930 die Feuerwehr für RM 6500,--
eine Motorspritze anschaffte, mit Zubehör und 360 m Schlauchmaterial, da offenbar die bisher verwendeten
Schläuche dem starken Druck der Spritze nicht gewachsen waren. Beim Brand des Wohnhauses Wunderlich
wurde sie erstmals der Feuertaufe unterzogen. Im Jahre 1933 kam es im Steinwerk Krämer zu einem
Maschinenhallenbrand, wobei eine Pressluftflasche explodierte.  Das eingreifen der Feuerwehr verhütete
größeren Schaden.

Das Jahr 1933 brachte die neuen Machthaber des dritten Reiches. Die große Feuerwehrfamilie, welche
mit ihrem Kommandanten jahrzehntelang eine enge Gemeinschaft bildete, musste es erleben, dass die
beiden hochangesehenen Persönlichkeiten, nämlich der erste Kommandant Aurich und der zweite Kommandant
Stephan Mayer, unter dem Druck der neuen Herren ihre Ämter niederlegten. Wie sehr sich die Feuerwehr-
kameraden gegen die Maßnahmen des NS-Stadtrates und der NS-Kreisleitung wehrten, ergibt sich aus
dem Feuerwehrprotokoll. Notgedrungen gehorchten schließlich die Kameraden den Befehlen des damaligen
Regimes.

Die Veränderungen, die nunmehr kamen, waren freilich äußerst tief greifend. Man begann schon bald die
Feuerwehr auf neue Aufgaben auszurichten, insbesondere wurde sie mit dem Luftschutz betraut. Im Jahre
1936 erfolgte die Eingliederung der freiwilligen Feuerwehr in die Feuerschutzpolizei. Das Kommando hatte,
nachdem die Kameraden Aurich und Mayer ihre Ämter niedergelegt hatten, Kamerad Hummel übernom-
men. Es wurden neue Dienstgrade für die Polizei eingeführt. Die Führer bekamen besondere Mützen.
Im Jahre 1938 sind bei der Feuerschutzpolizei tätig: ein Hauptbrandmeister, drei Oberbrandmeister,
drei Brandmeister, acht Löschmeister, dazu eine Reihe von Oberfeuerwehrmännern und Wehrmännern.

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Das erste Löschfahrzeug für die Ochsenfurter Wehr wurde 1942 beschafft. Es war ein LF 15 von Magirus, das
 bei allen Einsätzen nach den schweren Luftangriffen zum Einsatz kam. Das Foto entstand nach dem Krieg
und zeigt es mit Ludwig Schaub, der auch im Krieg einer der Fahrer des LF 15 war. Das Auto war bis Anfang
1966 im Dienst.



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Ausbruch des 2. Weltkrieges

Am 04.02.1939 wird Kamerad Karl Sieber zum Hauptbrandmeister ernannt. Mit Ausbruch des 2. Weltkrieges
übernimmt die Feuerwehr die sogenannte „Verdunklungskontrolle“. Bekanntlich musste jeder Bürger bei
Beginn der Dunkelheit, damit kein Lichtschein nach außen dringt, mit Verdunkelungsvorhängen und sonstigen
Vorrichtungen die Fenster verhängen. Der Feuerwehrdienst wurde als Pflichtdienst deklariert. Übungen,
teilweise im Zusammenwirken mit NS-Organisationen, fanden fast an jedem Wochenende statt. Von der
einstigen freiwilligen Feuerwehr und deren gesellschaftlicher Stellung, war nichts mehr übrig geblieben.
Dies sollte sich auch nicht bis zum Kriegsende mehr ändern.

Im Jahre 1939/40 wurde die Werksfeuerwehr der Zucker-AG Franken unter Führung von Herrn Arhelger
gegründet. Sie erhielt am 16.12.1940, als um 13.00 Uhr das Sägewerk Hufnagel (früher Fleischmann)
völlig ausbrannte, die Feuertaufe. Am 20.12.1942 gegen 04.30 Uhr brannte der Klingenturm völlig aus.
Dort war seit 1927 die Jugendherberge untergebracht. Die Brandursache wurde nicht geklärt. Die Motorspritze
war drei Stunden ununterbrochen bei 22° Kälte in Tätigkeit.

Jemehr sich die Fronten des Krieges auf das eigene Heimatland zubewegten, umso wütender schlug
der Feind mit seiner Bomberwaffe bei Tag und bei Nacht zu. Man hatte bald erkannt, dass in unserer
Gegend mit Nürnberg, Schweinfurt, Aschaffenburg und Würzburg Ziele feindlicher Luftangriffe werden
würden. Es wurde dann auch im Rahmen der Bildung von Feuerwehrbereitschaften die Wehr von
Ochsenfurt als Fernfeuerwehrbereitschaft unter Führung von Kreisführer Erbel eingesetzt. Die Berichte
über die Einsätze sind kleine Kriegsberichte im Kampf gegen die furchtbare Feuersmacht, die sich beim
Brand unserer Städte in ihrer ganzen schrecklichen Auswirkung zeigte. Die Ochsenfurter Wehr wurde
im Februar, April und Juli 1944 bei den Angriffen auf Schweinfurt, im September und Oktober 1944
bei den Angriffen in Acholshausen und Giebelstadt, sowie im November und Dezember 1944 und
im Jahre 1945 beim Angriff auf Aschaffenburg und Nürnberg, am 16. März in Würzburg eingesetzt.
Unsere Heimatstadt selbst wurde, Gott sei Dank, von der Kriegsfurie verschont.

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80jähriges Stiftungsfest

Mit dem Ende des dritten Reiches zogen in der Stadt Ochsenfurt, die unzerstört war amerikanische
Militäreinheiten ein und besetzten die größeren Gebäude unserer Stadt. Sich brachten auch eine Feuer-
wehreinheit mit, welche zunächst hier ihren Dienst versah. Schon 1946 wurde der seinerzeit zurückge-
tretene Kommandant, Herr Josef Aurich wieder in sein Amt eingesetzt, musste jedoch aus Gesundheits-
gründen diesen schon nach kurzer Zeit in jüngere Hände legen. Der Kamerad Josef Aurich wurde am
24.12.1948 zum Ehrenkommandant ernannt und Kamerad Erbel übernahm das Wehrkommando der
Ochsenfurter Freiwilligen Feuerwehr.

Im Jahre 1951 wurde eine „stille“ Alarmanlage geschaffen. Eine Reihe von Wehrkameraden erhielten
eine Klingel, die mittels einer „Schleife“ im Brandfall betätigt wurde. Diese Anlage hat sich sehr gut
bewährt, zumal die Unruhe und der oft unerwünschte Zustrom von Zuschauern bei Brandfällen hier
eingedämmt werden konnte.

Am 17.04.1952 übernahmen Herr Michael Mark und Herr Adam Koder die schon seit ihrer Jugendzeit
begeisterte Feuerwehrmänner waren, das Amt des ersten und zweiten Kommandanten. Ein stattlicher
Gerätepark war damals schon zusammengestellt worden. 1 LF-15, 1 TS-6, 3 Holzleitern, 5 Hydrantenwagen,
Rauchschutzgeräte und weitere, kleinere Geräte, die für eine moderne Wehr heute unentbehrlich sind.
Hinzu kommen nun noch, auf Anregung des neuen Kommandanten, eine Stahlleiter, die auf eine Höhe von
17 m ausgefahren werden konnte.

Das erste größere Fest nach den entbehrungsreichen Kriegsjahren und der Währungsreform konnte
die Freiwillige Feuerwehr am 31.7.1949 im sogenannten Gehringspark feiern. Es gab dort nach langer
Zeit wieder das erste richtige Vollbier. Diese 80jährige Gründungsfest blieb der Wehr und der
Bevölkerung von Ochsenfurt und Umgebung lange in Erinnerung.

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15 Jahre Spielmannszug

Im Jahre 1955, anlässlich der Generalversammlung, wurde das älteste Mitglied der Ochsenfurter
Feuerwehr, Herr Josef Deuker, Justizinspektor a.D. zum Ehrenmitglied ernannt.

Am 16.12.1956 wurde das neue LF-8 zur weiteren Stärkung der Schlagkraft der Feuerwehr Ochsenfurt
angeschafft. Zum 90. Stiftungsfest, welches am 21.06.1958 gefeiert wurde, trug im Festzug der
Fahnenträger die neue Fahne der freiwilligen Feuerwehr voran.

Im Jahre 1963 konnte der Spielmannszug, der zahlreiche tüchtige Trommler, Pfeifer und Fanfarenbläser
in seinen Reihen hatte, auf sein 15jähriges Gründungsjubiläum zurückblicken. Wo der Ochsenfurter
Spielmannszug, mit seinem schneidigen Tambour an der Spitze, in schmucker Uniform und von Farben
unserer Stadt als Fanfarenschmuck, mit seinem klingendem Schellenbaum auftrat, wurde Stimmung und
Begeisterung durch herzlichen Beifall offenbart.

Dank der Initiative des 1. Kommandanten Michael Mark konnten im Jahre 1960 5 Löschgruppen der
Ochsenfurter Wehr die Leistungsprüfung Stufe I ablegen. In den Jahren 1961-1966 folgten weitere 5
Löschgruppen. 1964 legten zwei Gruppen die Leistungsprüfung Stufe II ab. Eine weitere Gruppe folgte
im September 1966. Außerdem konnte 1966 eine Gruppe die Vorstufe zur goldenen Leistungsprüfung
erwerben. Verschiedene Kameraden nahmen an den Lehrgängen der staatl. Feuerwehrschulen in
Würzburg und Regensburg teil. Ihnen gilt der besondere Dank der Wehr. Bereits im Jahre 1961 gelang
es zwei Löschgruppen der Ochsenfurter Wehr das nicht leicht zu erwerbende „silberne Leistungsabzeichen“
zu erhalten.

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Brand im neuerbauten Kreiskrankenhaus 1966

Am 15.05.1966 wurde die Wehr, während draußen schönster Sonnenschein herrschte, zum Brand des
neuerbauten Kreiskrankenhauses in Ochsenfurt gerufen. Der Trakt, welcher die Operationssäle 

Enthält, war in Brand geraten. Hierbei stellte sich heraus, dass ein Rauchabsauggerät, welches erst
von Würzburg herbeigeschafft werden musste, fehlte. Durch kameradschaftliche Zusammenarbeit, wie
man sie bei der Ochsenfurter Wehr gewohnt ist, wurde ohne größere, öffentliche Mittel in Anspruch zu
nehmen, mit eigenen Händen ein solches Gerät zusammengebaut, so dass, wenn das Rauchabsauggerät
eingesetzt werden muss, dieses auch bereit steht.

Da die Stadt Ochsenfurt die Aufgabe und die unermüdliche Pflichterfüllung ihrer freiwilligen Feuerwehr
erkannt hat, und schon immer die freiwillige Feuerwehr nach Kräften unterstützt, hat sie, als Zeichen
ihrer Bereitschaft die Wehrmänner zu unterstützen und zu fördern, am 31.05.1966, nach einjähriger
Bauzeit, ein neues Feuerwehrheim mit Geräteräumen, Schlauchtrockenturm und Garagen übergeben.
Es ist im ehemaligen Bürgerhof, welcher im Jahre 1528 errichtet wurde, untergebracht. Dort haben die
Wehrmänner nicht nur den entsprechenden Raum zur Aufbewahrung und Pflege ihrer Fahrzeuge, es ist
ihnen möglich, in einem nett eingerichteten Gemeinschaftsraum ihre Veranstaltungen, Schulungsabende
und sonstige Zusammenkünfte abzuhalten. Dass dieses Gerätehaus zur Ausführung kam, ist nicht
zuletzt ein Verdienst des 1. Kommandanten und Kreisbrandinspektors Michael Mark, der sich im Stadtrat
und bei den zuständigen
Behörden für den Bau unermüdlich einsetzte.

Bei der Übergabe des neuen Gerätehauses wurde vom Landkreis Ochsenfurt und von der Stadt Ochsenfurt
ein neues TLF 16 und ein Ölschadensanhänger übergeben. Diese modernen Geräte ermöglichten es der
Ochsenfurter Wehr den Gefahren unserer technischen Zeit
wirksam entgegen zu treten. 

Für das Gerätehaus und die neuzeitliche Ausrüstung der Wehr, die erhebliche Mittel beanspruchten,
gebührt besonderer Dank dem Stadtrat mit seinem 1. Bürgermeister sowie dem damaligen Landrat
mit seiner Kreisverwaltung.

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Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Ochsenfurt von der Gründung bis heute
 
 
 
1868 - 1872 J.G. Herbig
1872 - 1875 Alos Hofmann
1875 - 1893 J.G. Herbig
1893 - 1910 Martin Oechsner
1910 - 1933 Josef Aurich
1933 - 1937 Heinrich Hummel
1937 - 1946 Karl Sieber
1946 - 1946 Josef Aurich
1946 - 1952 Hans Erbel
1952 - 1972 Michael Mark
1972 - 1990 Max Mark
1990 - 2002 Werner Amend
2002  - 2008  Wolfgang Raps
2008
-

Volker Heidenblut

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