Brand in der Malzfabrik Ochsenfurt 19.10.2002

 
Quelle: Main Post, 21.10.2002

Mälzerei: Ursache des Feuers
Rauchgas-Waschanlage ging im Flammen auf

Ochsenfurt (heli/aug) Bei einem Feuer in der Ochsenfurter Mälzerei ist am Samstagnachmittag Schaden in noch nicht bekannter Höhe entstanden. Verletzt wurde niemand. Die Kripo ermittelt wegen der Brandursache. Wie es am Sonntag seitens der Polizei hieß, werden sich Spezialisten am heutigen Montag in der Mälzerei umschauen, um Näheres über Brandursache und Schaden herauszufinden. 

Brisanter Aspekt am Rande: Seit längerer Zeit schon bemühte sich die Ochsenfurter Feuerwehr um einen Termin für eine Übung in der Malzfabrik. Wie zu erfahren war, war es den  Verantwortlichen der Fabrik bis dato aber nicht gelungen, einen Zeitpunkt dafür festzulegen. Stattdessen rief am Samstag ein echter Brand die Wehren aus Ochsenfurt, Frickenhausen und Goßmannsdorf sowie die Werksfeuerwehr der nahen Südzucker-Fabrik mit insgesamt 50 Freiwilligen in die Fabrikstraße. 

Ein Mitarbeiter der Mälzerei hatte gegen 14 Uhr die Feuerwehr alarmiert. In der neuen Anlage zur Herstellung von Sondermalzen war ein Feuer ausgebrochen. Der Brandherd befand sich in dem Teil der Anlage, in dem die Abgase der Malzröstung gereinigt werden. Dort werden die Abgase über eine Rauchgaswaschanlage geführt, die mit Hilfe von Bakterien die Abgase von unangenehmen Gerüchen befreit (wir berichteten). Ebendieser Rauchgaswäscher, der zum größten Teil aus glasfaserverstärkten Kunststoff und einer Art Schaumgummi besteht, stand in Flammen. 
Die nach kurzer Zeit eingetroffenen Feuerwehrleute bauten eine Löschwasserversorgung von den Hydranten in der Fabrikstrasse aus auf. Mitarbeiter der Gasuf stellten die Gasleitung ab, der Anlagenteil wurde vom Überlandwerk vom Stromnetz getrennt. Mit Hilfe der Ochsenfurter Drehleiter und drei Trupps unter schwerem Atemschutz war das Feuer bald unter Kontrolle. Da das Löschwasser mit Verbrennungsrückständen belastet war, wurde es vom Betriebsleiter der Winterhäuser Kläranlage in einem Rückstaubecken aufgefangen.
 
 

Fotos: Anton Öder
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